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Zukunftsfähigkeit spürbar und effektiv zu stärken ist interdisziplinäre Teamarbeit über Hierarcheebenen hinweg, heute mehr denn je. Technologien professionell zu nutzen wird dabei zunehmend zum kritischen Erfolgsfaktor.   

Dr. Christian Schiede, Initiator des Ecosystems und Managing Partner von SHP Advisors

Der Impuls für das "Operating Excellence EcoSystem" (OEES)

Im Interview erklärt der Initiator des OEES, Dr. Christian Schiede, warum er als Trusted-Advisor von Familienunternehmen und Family-Offices dieses Netzwerk ins Leben gerufen hat, wie er die Technologieplattformen zusammengebracht hat und was die gemeinsamen nächsten Schritte sind.



Christian, warum hast Du die Initiative ergriffen und das Ökosystem für "operating excellence" gestartet?


Dr. Christian Schiede

Na, Ja - "es gibt nix Gutes außer man tut es" - da bin ich ganz bei meinen Unternehmerkunden. Aus dem Blauen kam die Idee aber nicht, sondern der Gedanke ist in den inzwischen über 20 Jahren, in denen ich FamilienunternehmerInnen und Family-Offices dabei unterstütze Ihre Zukunfts- bzw. Enkelfähigkeit zu stärken, immer klarer geworden.

Weil bei mir immer die erfolgreiche Umsetzung im Fokus steht, egal ob es sich um Nachfolge-, Strategie- oder Organisationsthemen handelt, kommst Du um kluge Technologien als Hilfsmittel zur Zielerreichung nicht herum. Mein Aufenthalt in San Francisco und im Sillicon-Valley im Studium hat mich da wahrscheinlich schon früh sensibilisiert. Entsprechend habe ich immer konsequent großen Wert darauf gelegt, dem "das machen wir dann mal selbst mit Bordmitteln"-Reflex, den die Mehrheit der sehr erfolgreichen Hidden-Champions und Mittelständler haben, die ich berate, eine smarte Alternative entgegenzusetzen. Die Anlässe und Themen reichten dabei vom Unternehmer-Notfallkoffer über das Management der Kundendaten bei der Transformation zu einer kundenzentrischen Organisation bis zur Steuerung von strategischen Umsetzungsprojekten durch den Lenkungskreis im Anschluß an die Entwicklung des langfristigen Zielsystems. Ich bin vor unendlich vielen Excel-Tapeten gesessen, die nie aktuell waren und bei jedem Anlass anders aussahen und habe viel zu viele Diskussionen über die Belastbarkeit von Zahlen geführt - was immer auf Kosten der Zielerreichung ging. Zu mehr Verwirrung als zu besserer Zielerreichung haben meiner Erfahrung nach auch die meistens recht luftig formulierten Digitalisierungsinitiativen geführt, die mir begegnet sind. Diese wurden zu oft mit der Lizenzierung unterschiedlicher Apps als erfolgreich abgeschlossen verbucht. Das ist ungefähr so, als würdest Du den neuen 911er auf der Rennstrecke genauso fahren wie den Fiat 500, den du die letzten 20 Jahre zum Einkaufen gefahren hast.


 

Kannst du uns ein Beispiel geben, welchen konkreten Unterschied Technologie und deren professionelle Anwendung für Familienunternehmen bzw. Family-Offices deiner Erfahrung nach machen?


Dr. Christian Schiede

Klar. Nehmen wir die unternehmerische Notfallvorsorge als Paradebeispiel mit den wahrscheinlich größten Konsequenzen, wenn's nicht funktioniert. Egal ob als Testamentsvollstrecker, als Erbe von Gesellschaftsanteilen oder als designierter Stellvertreter in der Geschäftsführung, du musst vom Start weg handlungsfähig sein - die ersten Stunden und Tage nach dem Notfall sind ausschlaggebend. Diese mit der Suche nach den Dokumenten, Telefonnummern, Schlüsseln und Log-Ins zu verbringen ist verheerend. Diejenigen UnternehmerInnen, die dieses zugegebenermassen unbequeme Thema immer nur vor sich her geschoben haben, lassen ihr Unternehmen fahrlässig ins Messer laufen - von denen rede ich jetzt nicht. Analoge "Notfallkoffer" - oft mehrere Meter Leitz-Ordner mit Urkunden und Dokumenten, die ich als Vorbereitung für den "worst-case" gesehen habe, waren immer veraltet und den meisten Menschen, denen Sie eigentlich ihre Arbeit ermöglichen bzw. erleichtern sollten, nicht bekannt oder nicht sofort zugänglich. Jetzt stell dir vor, du hast eine digitale Lösung, die von allen relevanten Parteien (vom eigenen kaufmännischen Leiter, dem Steuerberater, den Rechtsanwälten und dem Wirtschaftsprüfer) regelmäßig als zentrale Plattform des Dokumentenmanagements genutzt wird. Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der relevanten Unterlagen ist damit kein Thema mehr. Wenn Du jetzt z.B. als Testamentsvollstrecker darüber hinaus noch alle vom Notfall betroffenen Akteuere und alle betroffenen Assets auf einer Seite transparent vor Augen hast, dann bist Du ab Stunde-0 handlungsfähig und kannst dich darauf konzentrieren worum es wirklich geht, nämlich den Betrieb am Laufenden halten, das Vermögen der Familie zu schützen und den Angehörigen in ihren schlimmsten Stunden fundiert mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Arbeit mit der von ORCA entwickelten Technologie ist hier ein echter "game changer", obwohl sie ursprünglich für die Vermögensbilanzierung und das Entity-Management konzipiert wurde.


 

Das Netzwerk an Technologielösungen ist also aus konkreten Praxisfällen, an denen Du über mehrere Jahre gearbeitet hast gewachsen, sehe ich das richtig.


Dr. Christian Schiede

Genau. Weil ich in meiner Beratung an der Schnittstelle zwischen Unternehmen, Familie und Vermögen immer im "Auge des Sturms" agiere kannst du nur gemeinsam etwas dauerhaft besser machen.

Die Strategieumsetzung geht nicht ohne konsequente Steuerung der relevanten Werthebel Rendite, Wachstum, Risiko und Liquidität. Die Werkzeuge der im Unternehmen etablierten Finanzplanung greifen da aber meist zu kurz. Dann brauchst Du eine Lösung wie Valuedesk, um von der Geschäftsführung über den Beirat bis in die Gesellschafterversammlung hiein eine konsistente, transparente und integrierte Steuerung zu ermöglichen.

Die Transformation von Ablauf- und Aufbauorganisation nur mit den Menschen funktioniert und mit ihren Fähigkeiten und Talenten, die diese haben funktioniert brauchst mehr als ein HR-Administrationssystem. Das ist gerade für Familienunternehmen entscheidend, weil sie Ihre Mannschaft als Teil der erweiterten Unternehmerfamilie verstehen und möglich alle bis zum Ende der Reise mitnehmen möchten. AgyleOS bietet dazu einen leistungsfähigen, aber nicht zu technokratischen Ansatz.

Wenn die Plausibilisierung weitreichende Entscheidungen an Datensilos scheitert oder keine internen IT-Kapazitäten für die schnelle Entwicklung kleine Apps vorhanden sind, dann brauchst du eine "no-code"-Lösung, die heterogene Datenbestände schnell und einfach integriert, was die Kernkompetenz von TopLogic ist.

Wenn Du in der nächsten Generation kompetente Eigentümer haben möchtest, dann brauchst ein Vermögensreporting, das Werte unabhängig von der Assetklasse transparent und somit erlebbar macht - die Kernkompetenz von Reportify.

Stellst Du Gremienstruktur z.B. im Rahmen eines Generationenwechsels neu auf, dann bringt es wenig, wenn der "modus operandi" beim Alten bleibt. Du brauchst ein effektives Gremienmanagement, das die Zusammenarbeit innerhalb der Instanzen wie z.B. dem Beirat und zwischen diesen clever unterstütz wie es ORCA tut.


 

Ok, das macht Sinn und klingt wirklich spannend. Was sind jetzt eure nächsten Schritte?


Dr. Christian Schiede

Wir haben uns entschieden das Erfolgsforum 2030 als Format zum persönlichen Austausch zu starten. Wir sind sehr glücklich, dass wir die beiden Tage unserer Auftaktveranstaltung an der FamilienunternehmerTUM in München durchführen können, weil dies ein Ort ist, der für die Begegnung von traditionsreichen Familienunternehmen und innovativen Start-ups gemacht wurde.


Am 22.04. laden wir Family-Offices, private Investoren und Vermögensverwaltungen zum direkten persönlichen Austausch ein.


Am Tag darauf gehen wir mit Eigentümern, Beiräten und Geschäftsführern von Familienunternehmen in den interaktiven Dialog darüber, wie Zukunftsfähigkeit und Technologien einander befruchten.


Ich freue mich schon sehr auf die Gastgeberrolle zusammen mit Alexander Etterer von Reportify, Gregor Feichtinger von ORCA, Torsten Bendlin von Valuedesk, Guido Dostert von TopLogic und meinem Partner Prof. Hülsbeck, der seit einem Jahr die Spitzenprofessur der Hochschule München für Innovation und Nachhaltigkeit in Familienunternehmen besetzt, nachdem er zuvor viele Jahre als akademischer Direktor des renomierten Wittener Institut für Familienunternehmen innehatte, an dem auch ich vor vielen Jahren promovieren durfte.





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